WI-Award 2018

10. Schweizer Wirtschaftsingenieur Award

 

Robert Wildi 

 

Die Cloud:  

Grenzenloser Nutzen, kalkulierbare Risiken

  

Am 6. Schweizer Wirtschaftsingenieurtag im Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch wurde kontrovers über das Potenzial der Cloud-Technologie für die Wirtschaft debattiert. Klar ist: Ohne die Wolke geht es nicht mehr.  

 

Am Ende war man sich einig. «Welche Empfehlungen geben Sie unserem Publikum im Umgang mit der Cloud?», fragte Urs Brunner. Der selbständige Informatikberater (dybera.ch) hatte soeben die Referat-Reihe «Wohin mit den Unternehmensdaten? Reduit versus Cloud» moderiert und die drei Referenten zur Fragerunde versammelt. «Ich rate allen, die tollen Möglichkeiten der Cloud zu nutzen, jedoch klar zu definieren, welche Daten sie nicht reinstellen möchten», antwortete Dr. Beat Birkenmeier. Der geschäftsführende Partner der Gronova Management AG hatte die Debatte mit seinem Vortrag «Die Cloud – Ein zentraler Treiber für Innovation» lanciert. Seine beiden Nachredner Bruno Richle (VRP und CEO der Crealogix Gruppe) sowie Stefan Burschka (Physiker und Leiter des Malware und Traffic Mining Labs bei der Ruag Defence AG) erklärten sich mit seinem Fazit einverstanden. 

  

Das Risiko heisst Mensch

Zuvor hatten alle drei das Publikum mit spannenden Ausführungen in ihren Bann gezogen. Das Risiko des Datenverlusts in der Cloud sei kalkulierbar, so die Überzeugung von Bruno Richle. Die grösste Gefahr gehe nicht von der Technik aus («Gute Cloud-Anbieter spiegeln die Daten in mehreren Rechenzentren und sind bei einer sogenannten Disaster Recovery schnell und zuverlässig»), sondern vom Menschen («Der Datenmissbrauch durch frustrierte Mitarbeitende ist das erheblichste Risiko der Cloud»). Mit Crealogix entwickelt Richle Cloud-Lösungen für internationale Kunden sowie den internen Gebrauch. 

«Ständige Verfügbarkeit und Skalierbarkeit der Daten, flexible und Plattform unabhängige Kollaborationsmöglichkeiten auch mit externen Personen», fasst Richle die wichtigsten Vorzüge der Cloud-Technologie zusammen. Seine Überzeugung: «Richtig eingesetzt, bringt die Cloud für jedes Unternehmen einen ‹Boost› bezüglich Verbesserung der Business Prozesse, interne und externe Zusammenarbeit sowie Kostenmanagement.»

 

Traffic Mining als Macht des Wissens 

Für Beat Birkenmeier ist die Cloud sogar ein zentraler Innovationstreiber. Die Austauschbarkeit der Produkte zwinge die Unternehmen zu kundenorientierten Dienstleistungen. Ein Ansatz, der sich etwa im Megatrend «Nutzen statt besitzen» manifestiert. «Bei der Umsetzung solcher Geschäftsideen spielt die Cloud eine zentrale Rolle», erläuterte Birkenmeier an Beispielen aus den Bereichen Car-Sharing oder Werkzeug-Verleih.  

Die technische Tiefe gab Stefan Burschka dem Thema. Als IT-Troubleshooter ist er beim Rüstungs- und Technologieunternehmen Ruag für den Bereich Traffic Mining zuständig und bildet unter anderem Kampfpiloten aus. Mit wissenschaftlichen Methoden liest Burschka aus der unendlichen Datenflut wichtige Informationen heraus und identifiziert Malware. Die Illusion der totalen Datensicherheit gebe es nicht. Dies spreche indes nicht gegen die Cloud. «Denn auch lokal gespeicherte Daten können durch Hardware-Verlust jederzeit abhandenkommen.» Burschkas Umkehroptik war der überraschende Schlusspunkt einer spannenden Diskussion.

 

AWARD für Neuorganisation der Hausärzte in Andelfingen Nord 

Traditionell wird im Rahmen des Wirtschaftsingenieurtags der Schweizer Wirtschaftsingenieur-AWARD verliehen. Mit diesem Preis zeichnet die VWICH jedes Jahr drei herausragende Wirtschaftsingenieur-Diplomarbeiten von Absolvierenden ihrer Partnerschulen aus.

 

Den AWARD gewonnen haben dieses Jahr Stefan Amrhein und Markus Merki mit ihrem Projekt «Neuorganisation der Hausärzte im Bezirk Andelfingen Nord». Ihre Arbeit nimmt gekonnt Stellung zu den Herausforderungen einer Landarztpraxis, analysiert rechtliche Vorgaben sowie politische, gesellschaftliche und arbeitnehmerische Erwartungen. Als Konklusion postuliert die Arbeit einen Zusammenschluss von Einzelpraxen zu einer AG in einem ambulanten, ärztlichen Institut. Amrhein und Merki haben auch eine Finanzplanung erstellt sowie Musterdokumente zur Gründung der AG vorbereitet.   

Zwei weitere Projekte wurden in der finalen Ausscheidung ebenfalls ausgezeichnet: «Designstudie – Mobile Luftbefeuchtungsanlage» von Samuel Friedrich und «Analyse des Energieverbrauchs von Grossforschungsanlagen am Beispiel des Betriebs der Synchotron Lichtquelle Schweiz SLS» von Juri A. Honegger.

 

 

 

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